Zwei Preisträger aus Ginsheim-Gustavsburg

Kreisverwaltung verleiht den Come Together Preis 2019

Feierstimmung im Landratsamt: Landrat Thomas Will (links), Nilüfer Kuş (Dame links) und Sedef Yıldız (Dame rechts) übergeben den Come-Together-Preis an René und Frederick (TV Gustavsburg) und Hans J. Jansen.

Hans Jürgen Jansen (bekannt durch die Buchhandlung in der Villa Herrmann) und der TV Gustavsburg wurden von Landrat Thomas Will mit dem Come Together Preis 2019 des Kreises Groß-Gerau ausgezeichnet. 

Der Kreisausschuss würdigt mit dem Preis das Eintreten für freiheitlich-demokratische Werte, für Chancen- und Teilhabegerechtigkeit, für Zivilcourage und für ein respektvolles Zusammenleben in unserer Gesellschaft.

Eine Band mit dem Namen „Oriental Jazz Quintett“, ein roter Teppich und zwei Veranstalterinnen, die persönlich durch den Abend führten. „Ziel der Veranstaltung ist es, den Menschen für ihr Engagement zu danken und sie dafür zu ehren“, so Sedef Yıldız und Nilüfer Kuş vom Büro für Integration.

Unter anhaltendem Beifall betraten Frederick Diercks und René Fritz vom Gustavsburger Turnverein sowie der ehemalige Buchhändler Hans Jürgen Jansen die Bühne des Georg-Büchner-Saals, um ihren Come Together Preis entgegen zu nehmen. Eine Auszeichnung, die bereits zum 22. Mal von der Kreisverwaltung verliehen wurde.

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Der Vorschlag, den TV Gustavsburg und den Literaturaltmeister zu ehren, kam übrigens von Gregor Anger, der als Fachbereichsleiter „Personal und Soziales“ bei der Stadtverwaltung GiGu angestellt ist. Beide Preisträger bedankten sich nicht nur für die Auszeichnung sondern richteten ihren Dank auch ausdrücklich an Gregor Anger, der das Engagement „wahrgenommen“ und den Vorschlag eingereicht hatte. 

Breites Sportangebot und Integration

Geehrt wurde der TV Gustavsburg vor allem für sein umfangreiches Sportangebot, in das der Verein auf „selbstverständliche“ Art und Weise integriert. Durch Kooperationen mit dem Sportcoach Matthias Koranzki und der Ahmadiyya-Gemeinde Ginsheim-Gustavsburg freute sich die Gymnastik-Gruppe über sieben Teilnehmerinnen, die erst seit kurzem in GiGu leben. Ein gemeinsamer Badminton-Kurs mit den Ahmadiyyas sorgte für weitere sympathische Begegnungen.

Dass die Offenheit gegenüber allen Menschen zu den Grundwerten des TV Gustavsburg gehört, wurde beim Dank durch den ersten Vorsitzenden Frederick Diercks deutlich, der mit dem Preis nicht gerechnet hätte. „Integration funktioniert am Besten im unaufgeregten Miteinander“, ist er sich sicher.

 

Das „Vorparadies“ von Hans Jürgen Jansen

„Sein Ziel ist die kulturelle Bildung für alle und Verständigung zwischen den Kulturen und durch Literatur und Musik,“ betonte der erste Stadtrat Albrecht Marufke in seiner Laudatio, die per Videobotschaft über die Leinwand flimmerte.

Auch die Moderatorinnen Sedef Yıldız und Nilüfer Kuş konnten es sich nicht verkneifen, ein persönliches Wort an Hans J. Jansen zu richten. „Als Kinder gingen wir in Ihrer Rüsselsheimer Buchhandlung ein und aus. Wir beide kauften unser erstes Buch bei Ihnen!“, erzählten sie. Herr Jansen lächelte sichtlich gerührt. 

Der Preis habe ihn überrascht. Über sein Schaffen sagt er: „Die Dinge, die ich mache, mache ich, weil ich das Gefühl habe, helfen zu müssen.“ Beim Interview wird klar, wie dankbar Hans Jürgen Jansen über sein eigenes Leben ist, das er als „Vorparadies“ bezeichnet. „Ich bin 1946 geboren und habe nie Krieg erlebt. Meine Eltern hatten ein Lebensmittelgeschäft, ich habe immer genügend zu Essen gehabt. Ich hatte als Kind ein eigenes Zimmer. Ich konnte Leben, wie ich wollte. Was andere Arbeit nennen, nenne ich Leben“, so der Preisträger.

 

 

Mit den Worten: „Viele sagten, der Tag habe sie noch einmal mehr indem motiviert, was sie tun“, zogen die Veranstalterinnen Sedef Yıldız und Nilüfer Kuş eine positive Bilanz. Sicher ist man sich über ein Wiedersehen beim Come Togehter Preis 2020, denn „den Preis wird es auch in den nächsten Jahren noch geben und er wird wichtiger den je sein,“ betonte Landrat Thomas Will.


Text: Redaktion // 21.11.2019