Es kommt von Herzen!

… wie Irina Laun die »Magics« verzaubert

Es gibt sie noch: Junge Menschen, die sich ehrenamtlich in Vereinen engagieren und ihr Know How an die nächste Generation weitergeben. Ein junger Mensch aus GiGu heißt Irina Laun. Sie ist 23 Jahre alt, tanzen ihre große Leidenschaft und »Herz & Verstand« sind immer mit dabei!

 

Irinas erfolgreichstes Newcomer-Projekt heißt „Magics“. Ich besuchte die 20 Mädchen und ihre Trainerin wegen TV-Aufnahmen für »GiGu to go« im November in der kleinen Turnhalle an der Albert-Schweitzer-Schule in Ginsheim. Die Atmosphäre passte perfekt zu dem, was Irina im Interview erzählte: „Wir sind eine Magics-Familiy. Wir gehören alle zusammen“, sagte sie, während sich ihre Schützlinge im Hintergrund für den nächsten Tanz warm machten. Wer beim Training zuschaut, merkt schnell, dass der Zusammenhalt der Gruppe einer Familie ähnelt und Irina für die jungen Tänzerinnen so etwas, wie eine großen Schwester ist. 

 

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Sie ist für ihr Team da und gibt deutlich mehr, als Tanzunterricht: Irina ist einfühlsam, fordernd, wertschätzend, genießt das 100%ige Vertrauen der Gruppe und macht so die Kinder groß – und tanzen kann sie auch!

„Ich möchte das, was mir beigebracht wurde, an die Kinder weitergeben“

Irina Laun war und ist selbst Teil verschiedener Tanzgruppe und stand bereits bei „Mainz wie es singt und lacht“ auf der Bühne. Ihr Ziel für die „Magics“ ist ebenfalls, dass sie sich mit Auftritten in der Fastnacht etablieren. Dafür trainiert das Team drei Mal pro Woche jeweils zwei Stunden. Vor Turnieren und Auftritten kommen Sondertrainings am Wochenende hinzu. Wenn man Irina fragt, wie sie das zeitlich neben Beruf und eigener Tanzkarriere wuppt, bekommt man folgende Antwort: „Alle stehen so motiviert in der Halle – deswegen mache ich das einfach.“

 

Zerstochene Finger

Staunen musste ich gleich mehrfach, als mich die „Magics“ im „Comic-Laden“ bei der Aufzeichnung von »GiGu to go, dem TV-Magazin« besuchten. Zum einen quetschte sich das 21-Frau-Team neben Daniel Martin (SKB) und Norbert „Nippes“ Lindemann (TSV)  gut gelaunt in das für 15 Personen ausgelegte Studio, zum anderen musste Irina umdisponieren, als ich sie bat, für ein gemeinsames Foto mit der rechten Hand „Peace“ in die Kamera zu zeigen. „Meine Finger sind nicht vorzeigbar“, sagte sie. Der Grund: Sie näht alle Kostüme der „Magics“ selbst. „Und dabei steche ich mir halt ab und zu in die Finger“, sagte sie schmunzelnd.

 

Die „Magics“ sind Teil der TSV Ginsheim, wo Irina noch vier weitere Tanzgruppen (bei denen auch Jungs herzlich willkommen sind ;-) trainiert. Eine Teilnahme bei den „Magics“ ist derzeit nicht möglich, wie Irina erklärt: „Es stehen schon zwölf Personen auf der Warteliste und ich kann leider niemanden mehr aufnehmen.“

Unternehmen und Veranstalter, die die Gruppe unterstützen möchten, können dies mit Geld und Auftritts-Engagements tun. Aktuell finanziert die Firma KSM-Umweltdienste aus Bischofsheim Stoffe, die Irina in Kostüme verwandelt. Für den nächsten öffentlichen Auftritt sorgt die Sport- und Kulturgemeinde Ginsheim (kurz: SKG) am dritten Adventswochenende, denn die „Magics“ treten am Sonntag, dem 15.12., um 16 Uhr, beim Weihnachtsmarkt am Altrhein auf.

 

Wenn die Fee zu den „Magics“ kommt …

Bevor Irina meine Lieblingsfrage beantwortete, drehte sie sich noch kurz zu ihren Schützlingen um und fragte: „Hey, was wünschen wir uns, wenn wir bei einer Fee ‘nen Wunsch frei haben?“. In einer Sekunde war sich das Team einig, Irina drehte sich um und antwortete lachend: „Wir wünschen uns ein Tanzstudio. Halb so groß wie diese Turnhalle (kleine Halle, Albert-Schweitzer-Schule) reicht –  mit großen Spiegeln an der Wand.“ 

 

Manch eine oder einer mag beim Lesen dieser Vision das Bedürfnis verspüren, Irina und die „Magics“ sofort über die klammen Kassen der Stadt aufklären zu wollen. Vielleicht ist dies auch schon geschehen. Sicher bin ich mir, dass der Traum der „Magics“ umsetzbar ist, denn sie haben Irina Laun. Dem Rückgang ehrenamtlichen Engagements junger Menschen setzt sie bereits erfolgreich etwas entgegen und es ist lediglich eine Frage der Zeit, bis man bei der Planung neuer Trainingshallen an der Überzeugungstäterin Irina Laun nicht mehr vorbei kommt. Viele sagen: „Wir leben in schweren Zeiten“. Mag sein. Aber schwere Zeiten sind gut für gute Leute. – Und Irina hat’s voll drauf! 

Axel S.


Text: Redaktion // 05.12.2019