Bald eine Turnhalle weniger in Ginsheim?

TSV Ginsheim befürchtet Wegfall der Turnhalle an Albert-Schweitzer-Schule

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben als Turn- und Sportvereinigung Ginsheim ein sehr großes Interesse daran, unsere Vorstellungen zur anstehenden Entwicklung der Sportstättensituation auf dem Gelände der Albert-Schweitzer-Schule in den damit befassten Gremien kundzutun bzw. uns auch aktiv an den Planungen zu beteiligen und einbezogen zu werden.

Nach heutigem Kenntnisstand und Aussagen des Kreises wird daran gedacht, im Zuge der ge- planten Umwandlung der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) zu einer Ganztagsschule im Rahmen „Pakt für die Ganztagsschule“ die Turnhalle „niederzulegen“, um Platz zu schaffen für einen Erweiterungsbau im Hinblick auf den Ganztagsbetrieb. „Niederlegen“ ohne Ersatzstellung! Und mit dem Hinweis, als Ausweichfläche stünde das Bürgerhaus Ginsheim zur Verfügung.

Wie Sie den beigefügten Hallenbelegungsplänen entnehmen können, nimmt gerade diese Turnhalle eine bedeutende Rolle im gesamten Sportangebot der TSV Ginsheim ein. Der Wegfall der Halle würde einen gravierenden Einschnitt im Angebot darstellen und wäre auch nicht durch eine teilweise Verlagerung der Übungsstunden in das Bürgerhaus aufzufangen.

Von den 70 Sportangeboten, die die TSV derzeit im Programm hat, wären 35, in der Mehrzahl im Kinderbereich, mehr oder weniger von der Hallenniederlegung betroffen – im Extremfall von ihrer Auflösung oder von ihrer Verlegung in den Bürgerhaussaal mit all den Einschränkungen, die solch ein Standort mit sich bringt. Für uns ist das Bürgerhaus Ginsheim keine Option für ein nachhaltiges Bewegungsangebot für unsere 2000 Mitglieder. Insbesondere da die dortigen Gegebenheiten nicht sportgerecht sind. Des Weiteren wäre hier aufgrund der über das Jahr stattfindenden Veranstaltungen im Bürgerhaussaal (z. B. Fastnacht, Stadtverordnetensitzungen) der Ausfall von Übungseinheiten vorprogrammiert.

 

Die Beschreibung der Folgen für die TSV beruht auf den Organisationshinweisen des Hessischen Kultusministeriums für das Ganztagsprogramm Pakt für den Nachmittag, die eine Betreuungszeit bis 17 Uhr vorsehen und auf der Annahme, dass der Schulsport 3-stündig unterrichtet wird bei Zugrundelegung von 16 Klassen. Arbeitsgemeinschaften im Bereich Sport sind nicht mit eingerechnet. Das heißt, die Hallenkapazität der Sporthalle Ginsheim, in der der Schulsport dann stattfinden muss, wird täglich bis in den späten Nachmittag hinein von der Schule beansprucht werden und steht somit dem Vereinssport nicht mehr zur Verfügung.

Schon in unserem Leitbild haben wir festgelegt, dass wir den Sport als wichtigen Faktor für ein funktionierendes Gemeinwesen ansehen. Durch unsere Arbeit und im Zusammenwirken mit anderen Vereinen und Institutionen, auch im kulturellen Bereich, sind wir ein Bestandteil der Gemeinde. Und daher wollen wir bei den kommunalpolitischen Entscheidungen, die uns betreffen, mitreden und mitgestalten.

 

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Des Weiteren wollen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten mit anderen Bildungsträgern und Einrichtungen (z. B. Kindergärten, Schulen) zusammenarbeiten, um gemeinsam Bewegungsangebote zu ermöglichen, die dazu beitragen, motorische Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln, zu fördern und zu erhalten. Damit wollen wir unter anderem sozialpolitische Verantwortung übernehmen und unserer gesellschaftlichen Bedeutung als Turn- und Sportverein gerecht werden.

Die bestehende Kooperation mit der ASS ist ein Ausdruck unserer Bestrebungen in der Zusammenarbeit mit z.B. den Schulen.

Dies alles sehen wir in hohem Maß gefährdet, sollte durch den Wegfall der Turnhalle dieses Sportangebot eingeschränkt werden. Die Förderung des Sports hat in Hessen Verfassungsrang. Daraus erwächst u.E. auch die Verpflichtung, Sportstätten zu erhalten um überhaupt Sportausübung zu ermöglichen.

Für uns ist es wichtig, auch in Hinblick auf die Zukunft des Vereins, dass zumindest das gegenwärtige Bewegungsangebot des Vereins in geeigneten Sportstätten bei gleichbleibenden Hallenkapazitäten gesichert ist. Steigende Schülerzahlen und die zunehmende Sensibilisierung für die große Bedeutung der Bewegung für eine gesunde körperliche und geistige Entwicklung von Kindern und Jugendlichen (aber nicht nur für diese Altersgruppen) sind ein Indikator dafür, in Zukunft die Bereitstellung von Bewegungsräumen stärker in den Fokus zu nehmen. Eine Reduzierung von Raumkapazitäten, wie angedacht, läuft diesem Anspruch diametral entgegen.

Die Albert-Schweitzer-Schule hat das Gesamtzertifikat „Gesundheitsfördernde Schule“, mit dem Teilzertifikat Bewegung und Wahrnehmung mit uns als kooperierendem Sportverein. Schule und TSV tun gut daran, sich der geschilderten negativen Entwicklung entgegenzustemmen.

Die TSV fordert, dass die Hallenkapazitäten erhalten bleiben, um das reichhaltige sportliche Angebot der TSV Ginsheim sicherzustellen und somit auch unserem gesellschaftlichen Auftrag weiter gerecht werden zu können. Die Auswirkungen bei Wegfall dieser Kapazitäten sind, wie beschrieben, gravierend und reichen bis zur Existenzbedrohung des Vereins.

Des Weiteren möchten wir gerne bei der Gestaltung entsprechender Alternativen aktiv einbezo- gen werden und freuen uns auf Einladungen zu entsprechenden Gesprächen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Michael Moise

1. Vorsitzender TSV Ginsheim


Text: TSV Ginsheim // 16.01.2020